Bargeld oder Karte in Rumänien? So bezahlst du auf Reisen ohne unnötige Gebühren

Bargeld oder Karte in Rumänien

Wann braucht man in Rumänien eigentlich noch Bargeld, wenn inzwischen selbst kleine Cafés ein Kartenterminal auf dem Tresen stehen haben? Diese Frage stellt sich meist nicht bei der Reiseplanung, sondern erst vor Ort – zum Beispiel dann, wenn der Taxifahrer Bargeld bevorzugt oder ein kleiner Marktstand eben doch keine Karte nimmt. Ich halte deshalb wenig davon, vor einer Rumänienreise große Mengen Bargeld zu tauschen. Ganz ohne Lei im Portemonnaie würde ich allerdings ebenfalls nicht losziehen.

In den Städten komme ich fast immer mit Karte zurecht

In Bukarest, Cluj-Napoca, Brașov oder Timișoara ist Kartenzahlung längst alltäglich. Hotels, Supermärkte, Restaurants, Tankstellen und viele Cafés akzeptieren Visa und Mastercard problemlos. Auch kleinere Beträge lassen sich häufig kontaktlos bezahlen. Wer ein Wochenende in Bukarest verbringt, kann deshalb durchaus feststellen, dass die mitgenommenen Banknoten erst am letzten Tag angerührt werden.

Anders sieht es aus, sobald die Reise in kleinere Orte oder ländliche Regionen führt. Auf Märkten, bei kleinen Verkaufsständen oder einzelnen privaten Dienstleistungen ist Bargeld weiterhin praktisch. Ich würde daher ungefähr 100 bis 200 Lei als Reserve dabeihaben, statt mich ausschließlich auf eine Karte oder ausschließlich auf Bargeld zu verlassen.

Warum ich Euro nicht als Reisekasse einplanen würde

Rumänien gehört zwar zur Europäischen Union, verwendet aber nicht den Euro als reguläre Landeswährung. Wer sich vor der Reise zunächst grundsätzlich informieren möchte, womit man in Rumänien bezahlt, sollte diesen Unterschied im Hinterkopf behalten. Gerade bei einer Rundreise durch mehrere EU-Länder wird schnell vergessen, dass man nach dem Grenzübertritt plötzlich wieder mit einer anderen Währung rechnet.

Euro können in touristischen Gegenden gelegentlich angenommen werden. Darauf würde ich mich aber nicht verlassen. Noch wichtiger: Ein Händler, Hotelier oder Fahrer, der ausnahmsweise Euro akzeptiert, muss keinen besonders attraktiven Umrechnungskurs anbieten. Die bequemere Lösung kann dadurch überraschend teuer werden.

Beim Geldautomaten entscheidet ein kleiner Bildschirm über die Kosten

Beim Abheben lauert eine typische Reisefalle. Manche Automaten bieten an, den Betrag direkt in Euro umzurechnen. Das klingt zunächst angenehm, weil sofort sichtbar ist, wie viel vom Konto abgebucht wird. Tatsächlich steckt dahinter häufig eine sogenannte Dynamic Currency Conversion. Der verwendete Wechselkurs kann ungünstiger sein als die Abrechnung durch die eigene Bank.

Wenn ich am Automaten zwischen einer Abrechnung in Euro und einer Belastung in rumänischen Lei wählen kann, bevorzuge ich normalerweise die Abrechnung in Lei ohne angebotene Umrechnung. Zusätzlich prüfe ich vor der Bestätigung, ob der Betreiber eine eigene Automatengebühr anzeigt. Diese kommt gegebenenfalls zu den Gebühren der eigenen Bank hinzu.

Ein paar einfache Gewohnheiten haben sich dabei bewährt:

  • möglichst Geldautomaten etablierter Banken nutzen,
  • angezeigte Automatengebühren vor der Auszahlung lesen,
  • eine angebotene automatische Euro-Umrechnung kritisch prüfen,
  • lieber einen sinnvollen Betrag statt vieler kleiner Beträge abheben,
  • für den Notfall eine zweite Karte getrennt von der ersten aufbewahren.

Auch am Kartenterminal kann die Euro-Frage auftauchen

Die gleiche Entscheidung begegnet einem manchmal im Restaurant oder Geschäft. Das Terminal fragt dann sinngemäß, ob in Euro oder Lei bezahlt werden soll. Auch hier wähle ich RON beziehungsweise Lei und überlasse die eigentliche Währungsumrechnung meinem Kartenanbieter. Welche Variante letztlich günstiger ist, hängt natürlich von den Konditionen der verwendeten Karte ab. Vor der Reise lohnt deshalb ein kurzer Blick auf Fremdwährungs- und Auslandseinsatzgebühren.

Bei Trinkgeld sollte man ebenfalls nicht automatisch davon ausgehen, dass es problemlos nachträglich über das Terminal ergänzt werden kann. Ein paar kleine Scheine sind dafür angenehm. Genau deshalb halte ich die Kombination aus Karte und einer überschaubaren Bargeldreserve für wesentlich entspannter als die Suche nach einer einzigen perfekten Zahlungsmethode.

Was ich tatsächlich ins Portemonnaie stecken würde

Für eine normale Städtereise würde ich mit einer gebührenarmen Karte, einer Ersatzkarte und etwas Bargeld starten. Mehr braucht es meistens nicht. Wer dagegen mit dem Mietwagen durch kleinere Orte fährt, Pensionen besucht oder auf lokalen Märkten einkauft, sollte etwas großzügiger mit Bargeld planen.

Der entscheidende Punkt ist weniger die Frage „Karte oder Bargeld?“. Praktischer ist die Frage, was passiert, wenn eine der beiden Möglichkeiten gerade ausfällt. Ein defektes Terminal, ein Automat mit hoher Gebühr oder ein kleiner Stand ohne Kartenzahlung wird dann nicht zum Problem. Genau diese unspektakuläre Flexibilität macht das Bezahlen auf Reisen am Ende angenehm: Man denkt nach den ersten Tagen kaum noch darüber nach.

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